Teil 3: 1984 - 1999

1984
Das neue Jahr beginnt für die Kameraden der 3. Löschgruppe gleich in der Neujahrsnacht: In der Hauptschule Süd am Pestalozziweg brennt ein Lehrmittelzimmer in voller Ausdehnung.
Am 8. August wird die 3. Löschgruppe bei einem Großbrand bei der Firma Rösler-Draht in Waldniel eingesetzt.
Höhepunkt des Jahres ist eine dreitägige Fachstudienreise zur Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main sowie zur dortigen Flughafenfeuerwehr.

1985
Im Laufe des Jahres wird die 3. Löschgruppe zu zahlreichen Einsätzen gerufen.
Am 1. Februar sterben bei einem Brand auf der Hardter Straße 221 ein Fohlen, eine Sau, zwei Hunde und mehrere Kaninchen. Nach der Brandbekämpfung übernimmt die 3. Löschgruppe die Brandsicherheitswache.
Allein 145 Einsatzstellen gibt es in Alt-Viersen nach starken Unwettern am 6. und 24. Juni sowie am 6. Juli. Am 28. Mai klettert ein angetrunkener 22jähriger Mann auf den 70 m hohen Schornstein von Kaiser`s Kaffee an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. Der Mutter, dem Bockerter Pfarrer Johannes Lennartz und dem Kameraden Hans Holtschoppen gelingt es nach Stunden, den Mann zum Abstieg zu bewegen.
Am 3. Juli lautet die Einsatzmeldung "Waschmaschinenbrand Lützenberg 2c". Erst nach einem Blick auf die Hausnummer des Gerätehauses (Lützenberg 2b) wird man sich über die Einsatzstelle in der Nachbarschaft klar und kann den Brand schnell löschen.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober müssen auch die Männer der 3. Löschgruppe gleich zweimal zu einem Haus an der Neuwerker Straße. Beide Male brennt es im Keller. Beim zweiten Einsatz gegen 2.20 Uhr in der Nacht werden 9 Personen mit Fluchthauben aus dem Gebäude gerettet. Die Polizei nimmt noch an der Einsatzstelle eine Person unter dem Verdacht der Brandstiftung fest.
Besonders schnell sind die Männer der Löschgruppe Hoser beim Brand eines Einfamilienhauses am Omperter Weg am 11. November gegen 22.35 Uhr. Noch vor der 4. Löschgruppe Helenabrunn treffen sie an der Einsatzstelle ein und nehmen im Erstangriff zwei C-Rohre vor. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung zapft die Besatzung des Unimog-TLF 8 kurzerhand ein Schwimmbecken in der Nachbarschaft an. Im weiteren Verlauf wird der gesamte Löschzug Viersen eingesetzt. Trotzdem kann der Totalverlust des Hauses nicht verhindert werden. Nur einen Tag später, am 12. November gegen 10.25 Uhr, brennt es ein paar Hausnummern weiter. Diesmal gelingt es, das Gebäude zu retten.
Das TLF 8 wird verschrottet. Als Ersatz erhält die Löschgruppe das baugleiche Fahrzeug der 1. Löschgruppe..

1986
Die bisher im Bundeseigentum stehenden TLF 8 des Katastrophenschutzes werden von der Stadt Viersen erworben und so vor der Verschrottung bewahrt. Sie stehen in den Gerätehäusern Rahser, Hoser und Helenabrunn.
Erstmals nimmt die Hoser Löschgruppe mit einer eigenen Gruppe beim Leistungsnachweis der Feuerwehren des Kreises Viersen in Kempen teil.
Bei einem Scheunenbrand auf der Landwehrstraße am 15. Februar läßt starker Frost das Löschwasser sogar auf Lederjacken und Helmen der eingesetzten Feuerwehrmänner gefrieren.
Über eine halbe Stunde müssen die vier Viersener Löschgruppen einen zwischen der Bötzlöh und den Vier Höfen gemeldeten Waldbrand suchen, ehe sie die Brandstelle finden und mit 10 l. Wasser aus einer Kübelspritze löschen können.
Am 15. Dezember wird gegen 23.15 auch die 3. Löschgruppe bei einem Dachstuhlbrand des Altenwohnheims an der Mörickestraße eingesetzt. Die Bewohner des ersten und zweiten Obergeschosses werden in Sicherheit gebracht.

1987
Das neue Jahr ist noch keine 2 Stunden alt, als die Löschgruppe Hoser in der Neujahrsnacht zum Brand eines Gartenhauses am Omperter Weg gerufen wird. Die dort stattfindende Silvesterfeier ist ob des Unglücks vorzeitig beendet, die sich dem Einsatz anschließende Feier der Kameraden dauert dafür um so länger.
Mit dem ehemaligen Fahrzeug der Löschgruppe Rahser, einem leichten Löschgruppenfahrzeug LLG von 1943, nehmen Mitglieder der 3. Löschgruppe in alten Uniformen an der Viersener Oldtimer-Rallye teil.
Erneut stellt die 3. Löschgruppe einen Schützenkönig: Wolfgang Spierings regiert bei der Oberbebericher St.-Hubertus-Bruderschaft.
Eine brennende Waschmaschine führt die Wehrmänner aus dem Hoser am 30. Mai in einen Barbetrieb an der Gladbacher Straße. Vor dem Verlassen der Einsatzstelle werden umfangreiche Kontrollgänge durch das Gebäude gemacht.
Am 16. Juli fährt der gesamte Löschzug Viersen nach Willich, um die dortigen Kameraden nach heftigen Regenfällen beim Trockenlegen der Keller zu unterstützen. Nur 5 Tage später erwiedern die Willicher Kameraden den "Besuch" und helfen nach einem erneuten Unwetter in Viersen beim Auspumpen der Untergeschosse in zahlreichen Gebäuden.
Das LF 16-TS des Katastrophenschutzes, welches der Löschgruppe Hoser nach der Auflösung des Brandschutzdienstes des Zivilschutzes 1969 zugeteilt worden war, wird verschrottet.
Am 30. Oktober wird der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Viersen, Stadtbrandmeister Walter Woters, in Anwesenheit von zahlreichen Gästen vor einer großen Kulisse seiner Feuerwehrkameraden mit einem großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet.
Bis zur Bestellung eines neuen Wehrführers leitet der stellv. Wehrführer Heinz Tuschmann vom Löschzug Dülken die Viersener Wehr.

1988
Am 17. Januar übernimmt Wilhelm-Josef Dobbelstein die Führung der Viersener Wehr als Stadtbrandmeister. Er stammt aus Titz und gelangte über die Feuerwehr seiner Heimatgemeinde und die Berufsfeuerwehr Düsseldorf zur Landesfeuerwehrschule nach Münster, von wo er zur Leitung der Viersener Feuerwehr wechselt.
Ein neues Löschfahrzeug LF 16-TS des Katastrophenschutzes wird der Löschgruppe Hoser übergeben. Zwar verfügt es nur über 10 l. Löschwasser in einer Kübelspritze, die zwei Pumpen und der große Schlauchvorrat machen es aber zu einem wertvollen Fahrzeug für den Brandschutz in den Außenbereichen des Löschbezirks.
Im Mai besuchen die Männer der 3. Löschgruppe die Ausstellung Roter Hahn in Hannover.
Am 8. November stirbt völlig überraschend Heinz Böken an den Folgen einer an sich harmlosen Operation. Er war seit 1968 aktives Mitglied der Löschgruppe Hoser und mehr als 17 Jahre Berufsfeuerwehrmann der Hauptwache in Viersen. Unter großer Anteilnahme von Kameraden aller Viersener Löschzüge wird er am 11. November zu Grabe getragen.

1989
Mit einem Straßenfest auf der Pfarrstraße begeht die Löschgruppe Hoser ihr 90jähriges Jubiläum. Die Bevölkerung nimmt daran regen Anteil. Ihr werden eine Fahrzeugausstellung und eine Verlosung geboten. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
Nach Arno und Klaus Böken in den Jahren 1983/84 wird mit Klaus Böken auch der vierte und jüngste Sohn von "Papp" Mitglied der Hoser Feuerwehr.
Beim Brand einer Villa an der Wolfskull entsteht ein Schaden von über 1 Million DM.
Mehrere Kellerbrände, u.a. in der Kinderklinik am Hoserkirchweg, halten die Löschgruppe von August bis Oktober auf Trab.
Am 27. Oktober findet eine Großübung aller Viersener Löschzüge bei Kaiser`s Kaffee statt. Während des anschließenden gemütlichen Beisammenseins wird die Löschgruppe Hoser zu brennenden Strohballen an der Bebericher Straße gerufen. Es ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe ähnlicher Feuer in den nächsten Monaten.

1990
Auf der Generalversammlung der Gesamtwehr wird Josef Michels in die Ehrenabteilung versetzt - er ist seit 1981 das erste Mitglied der Löschgruppe Hoser.
Im Laufe des Jahres wird die Löschgruppe Hoser 34 mal zu Einsätzen alarmiert, allein zwischen dem 18. Januar und dem 31. März gibt es 20 Einsätze. Auf zwei Geschehnisse soll hier näher eingegangen werden.
Nachdem seit Januar mehrfach brennende Strohmieten auf freiem Feld gelöscht werden mußten, brennt am Samstag, dem 3. März bei den Vier Höfen eine Scheune mit drei eingestellten Anhängern, einem Mähdrescher und 2500 Ballen Stroh in voller Ausdehnung. Wegen der bekannt schlechten Löschwasserversorgung am Ende der Bebericher Straße werden die Löschzüge Viersen, Dülken und Süchteln eingesetzt. Trotzdem brennt die Scheune vollständig nieder, erst nach mehr als 14 Stunden harter Arbeit können die letzten Einsatzkräfte den Brandort verlassen.
Nur vier Wochen später, am 31. März, wieder einem Samstag, brennt in nur 50 m. Entfernung erneut eine mit Stroh gefüllte Scheune. Der Einsatz gestaltet sich ähnlich schwierig wie zuvor. Am schwersten trifft es die Kameraden aber, als in der Nacht die Nachricht die Runde macht, daß die Polizei einen nur wenige Tage zuvor neu aufgenommenen Feuerwehrkameraden der Löschgruppe Hoser noch an der Einsatzstelle unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen hat. Der Einsatz dauert noch bis gegen 17.00 Uhr am darauffolgenden Sonntag, der Schaden beträgt rund 300.000 DM.
Zwischen den beiden großen Scheunenbränden kommt es am Donnerstag, den 22. März, zum folgenschwersten Einsatz in der über 90jährigen Geschichte der Löschgruppe Hoser. Gegen 20.00 Uhr haben sich die Kameraden zum Übungsdienst im Gerätehaus am Lützenberg versammelt, auf dem Dienstplan steht eine Objektübung Verkehrsunfall.
Um 20.13 Uhr werden die Männer dann aber über Funk unter dem Stichwort "brennt Fernseher" zum Altenheim Schützenstraße beordert. Beim Eintreffen nur zwei Minuten später ist das Gebäude bereits weitgehend verraucht. An den Fenstern und auf den Balkonen stehen etwa 10 Personen und warten auf Rettung. Umgehend werden weitere Kräfte des Löschzuges Viersen und mehrere Rettungswagen und Notärzte aus dem gesamten Kreisgebiet alarmiert.
Unter Atemschutz dringen alle verfügbaren Kräfte in das Gebäude vor. Durch die sehr heißen Brandgase ist die Sicht gleich null, die Männer können sich nur tastend vorwärts bewegen. In ihrer Not und Hilflosigkeit haben sich mehrere der alten Bewohnerinnen unter Betten geflüchtet, wo sie erst mühsam gesucht werden müssen. Insgesamt werden 8 Personen über die Drehleiter und eine weitere über eine Steckleiter gerettet. Weitere 8 Personen müssen mit Fluchthauben durch das völlig verqualmte Treppenhaus gerettet werden.
Trotz aller Bemühungen verstirbt eine Bewohnerin noch an der Einsatzstelle im Notarztwagen. Neun Menschen müssen schwerverletzt in die drei Viersener Krankenhäuser gebracht werden, zwei von ihnen sterben später an den Folgen der erlittenen Rauchvergiftung.
Am 2. September wird die Jugendfeuerwehr als fünfte Einheit des Löschzuges Viersen neben den vier Löschgruppen Stadtmitte, Rahser, Hoser und Helenabrunn gegründet.
Im Dezember gibt der Löschgruppenführer Peter van den Eertwegh seinen Rücktritt von seinem Amt bekannt. Bei einer darauf folgenden Vorstandssitzung wird im Beisein aller Brandmeister der Löschgruppe und des Wehrführers nach einem Nachfolger gesucht.

1991
Auf der Jahreshauptversammlung am 11. Januar im Vereinslokal Schlömer sprechen sich die Mitglieder der Löschgruppe in Anwesenheit von Wehrführer Wilhelm-Josef Dobbelstein und Löschzugführer Helmer Schürkes für William Schrape als neuen Löschgruppenführer und Frank Nießen als Stellvertreter aus. Beide werden auf der Generalversammlung der Wehr vom Wehrführer bestellt.
Nach der rekordverdächtigen Einsatzzahl im Vorjahr können sich die Mitglieder in diesem Jahr fast ein wenig ausruhen: bei nur vier Alarmierungen verbleibt die Einheit meist nur in Bereitschaft und muß nicht mehr tätig in das Geschehen eingreifen.
Die Teilnahme an den Viersener und Süchtelner Karnevalsumzügen sowie am 100jährigen Jubiläum der Pfarrkirche St. Peter bilden die Höhepunkte des geselligen Löschgruppenlebens in diesem Jahr.

1992
Um das seit 1988 der Löschgruppe zugeteilte Fahrzeug LF 16-TS im Bezirk der Löschgruppe unterzubringen - es war bis zu diesem Zeitpunkt in einer Notgarage im Rahser bzw. auf der Hauptfeuerwache untergebracht und mußte bei größeren Einsätzen erst von dort geholt werden - mietet die Stadt beim Bauern Michels auf der Hardter Straße eine Halle in einer Scheune. In Eigenleistung stellen die Mitglieder der Löschgruppe einen neuen Betonboden her und erneuern die elektrische Installation. Am 11. Juli wird die neue Unterkunft mit einer zünftigen Fete eingeweiht und erhält die scherzhafte Bezeichnung "Zentralfeuerwache Bockert-West".
Im September feiert die Freiwillige Feuerwehr Viersen ihr 125jähriges Jubiläum. Das Alter ergibt sich durch die älteste Einheit der Stadt, die heutige Löschgruppe Stadtmitte, die am 3. Oktober 1867 gegründet wurde.
Am 20. Juni wird die Löschgruppe Hoser zu einem Verkehrsunfall auf der Kreuzung Bockerter Straße / Hardter Straße gerufen. Aus dem auf dem Dorfplatz stehenden Festzelt des Schützenfestes Bockert eilen mehrere Kameraden herbei. Gemeinsam mit den auf den Fahrzeugen der Löschgruppe und der Hauptfeuerwache herangeeilten Einsatzkräften werden mehrere Personen aus zwei verunfallten PKW gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Ein Fahrzeug, welches bei dem Unfall Feuer gefangen hat, wird abgelöscht.
Aus einer brennenden Wohnung im ersten Obergeschoß eines Hauses an der Bebericher Straße wird am 7. Dezember eine bewußtlose Person gerettet. Zwei Feuerwehrmänner erleiden eine Rauchgasvergiftung und werden ins Krankenhaus gebracht.

1993
Durch aus einer undichten Gasleitung ausströmendes Gas explodiert am 4. Januar gegen 7.35 Uhr ein Einfamilienhaus an der Freiheitsstraße. Während der Hausbesitzer nach wenigen Minuten aus dem völlig zerstörten Gebäude gerettet und dem Rettungsdienst übergeben wird, kann seine Frau erst nach Stunden aus den Trümmern geborgen werden. Die Aufräumungsarbeiten und die Sicherstellung der persönlichen Habe der Opfer dauert den ganzen Vormittag über an.
Als am 18. Februar, dem Freitag des Karnevalswochenendes, gegen 15.00 Uhr über Viersen ein heftiges Gewitter tobt, ahnt wohl noch keiner, welch arbeitsreicher Einsatz den Mitgliedern der gesamten Feuerwehr bevorsteht. Gegen 17.00 Uhr bemerken Kinder eine Rauchfahne an der Spitze der Josefskirche im Zentrum Viersens. Die alarmierten Männer der Viersener Hauptfeuerwache versuchen mit Unterstützung der Löschgruppen Stadtmitte und Rahser das vermutlich durch Blitzschlag entstandene Feuer unter Kontrolle zu bringen. Da die Flammen aber in der äußersten Spitze des Kirchturms wüten, haben sie keine Chance, diese wirksam zu bekämpfen. Gegen 18.50 wird auch die Löschgruppe Hoser alarmiert. Gemeinsam wird eine Löschwasserversorgung mit Dutzenden von Schläuchen bis in die Kirchturmspitze erstellt - teilweise über nur auf schmalen Dachbalken stehende Leitern. Doch auch jetzt kommt man nicht an das Feuer heran.
Mit einem eilig herbeigerufenen Zimmermann wird über die wertvolle Orgel im Inneren der Kirche ein Dach aus Balken und Planen erstellt, um sie vor dem von oben herablaufenden Löschwasser zu schützen.
Obwohl die Arbeit in dem brennenden Turm nicht ungefährlich ist, wollen ihn die Einsatzkräfte nicht aufgeben. Mit den Stadtwerken wird noch in der Nacht eine verlängerbare Löschlanze erfunden und gebaut, mit deren Hilfe es schließlich gelingt, die Flammen zu löschen. Ein aus Bochum angeforderter Kran eines Privatunternehmens ermöglicht es in den frühen Morgenstunden dann, in 90 m Höhe die Außenhaut des Kirchturms zu öffnen und die letzten Glutnester zu ersticken.
Nur wenige hundert Meter vom Viersener Seifenkisten-Derby an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße entfernt brennt am 4. Juli eine mit Mülltonnen gefüllte Lagerhalle der Firma Trienekens an der Greefsallee ab.
Zwischen Weihnachten und Neujahr unterstützen auch zahlreiche Kameraden der Löschgruppe Hoser die Kollegen im niederländischen Venlo beim Hochwasser der Maas.

1994
Der Löschgruppenführer William Schrape gibt auf der Jahreshauptversammlung der Löschgruppe am 7. Januar bekannt, die Führung der Einheit im folgenden Jahr in jüngere Hände abzugeben. Um dem Nachfolger Walter Schriefers die Einarbeitung zu erleichtern, tritt der stellvertretende Löschgruppenführer Frank Nießen von seinem Amt zurück und die Versammlung wählt Walter Schriefers zum neuen Stellvertreter.
Die Mitglieder entscheiden im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung, eine Regelung bezüglich der Teilnahme an Festumzügen und Paraden bei den Schützenfesten der Bruderschaften in der Sektion zu treffen. Da viele Feuerwehrmänner der Löschgruppe auch gleichzeitig in den Bruderschaften aktiv sind und so bei den Umzügen Uniformen der Bruderschaften tragen, ist die Feuerwehr optisch immer nur sehr schwach vertreten. Man einigt sich darauf, dann als Feuerwehr teilzunehmen, wenn ein Mitglied der Löschgruppe König oder Minister ist oder wenn eine Bruderschaft ein rundes Jubiläum feiert.
Auf der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Viersen am 11. März übernimmt Ulrich Dahm die Führung des Löschzuges Viersen von Helmer Schürkes.
Auch die Karnevalstruppe der Löschgruppe ist erneut aktiv. Während des Umzuges durch Viersen am Tulpensonntag können sie den ersten Einsatz des Jahres verzeichnen, als auf der Goetherstraße ein brennender Mülleimer mit einem Eimer Wasser fachgerecht gelöscht wird. Da bei der Feuerwehr alles seine Ordnung haben muß, wird ein Einsatzbericht erstellt, der die Namen aller beteiligten Karnevalisten enthält. Als Einsatzfahrzeug wird notiert: "1 Trecker mit Karnevalswagen".
Mehrfach wird die 3. Löschgruppe im Laufe des Jahres außerhalb ihres eigenen Ausrückebezirkes eingesetzt, so am 8. August in Mönchengladbach-Rasseln und am 8. Dezember bei der Firma Weyermann in Dülken. Hier war in einem Lagerbereich mit angrenzendem Büro ein Feuer entstanden. Durch die starke Rauchentwicklung wurde das Auffinden des Brandherdes sehr erschwert, alle Löschzüge der Viersener Feuerwehr wurden eingesetzt.
Der Jahresausflug führt die Mitglieder der Löschgruppe in diesem Jahr zur Feuerwehraustellung "Roter Hahn" auf das Messegelände nach Hannover.

1995
Der Wehrführer Wilhelm-Josef Dobbelstein ernennt am 24. März auf der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Viersen im Festsaal der Rheinischen Landesklinik in Süchteln Walter Schriefers zum neuen Führer der Löschgruppe Hoser. Sein Stellvertreter wird Hubert Moors.
Erneut sind Mitglieder der Löschgruppe Hoser im benachbarten Ausland eingesetzt. Ab dem Mittag des 26. Januar unterstützen sie für mehrere Tage die niederländischen Kräfte beim Hochwasser der Maas in Venlo und Umgebung.
Alle privaten Planungen der Löschgruppenmitglieder für den Vatertag am 25. Mai sind schon in den frühen Morgenstunden hinfällig, als es in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb auf der Vorster Straße zu einem Großbrand kommt. Von 6.20 Uhr bis in die Abendstunden dauert bei großer Hitze der Einsatz der Löschzuge Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim. Um das Feuer zu bekämpfen, werden von der Berufsfeuerwehr Krefeld und der Werkfeuerwehr Bayer Uerdingen große Mengen Schaummittel angefordert und eingesetzt. Trotz des massiven Einsatzes von Mensch und Material brennt das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder.
Da das Altenheim der Pfarre St. Peter auf der Schützenstraße aufgelöst wird, ist die Löschgruppe bei mehreren Umzügen von Bewohnern behilflich.
Am 18. Dezember erhält die Löschgruppe Hoser einen VW Bus als neues Mehrzweck-Fahrzeug. Er wird, an Stelle des einige Jahre zuvor verschrotteten Unimog TLF 8, im Gerätehaus am Lützenberg untergebracht.

1996
Am 4. April explodiert an der Gerberstraße ein Wohnhaus. Während an dieser Einsatzstelle Kräfte aus den Löschgruppen Stadtmitte, Rahser und Helenabrunn nach dem verschütteten Hauseigentümer suchen, rückt die Löschgruppe Hoser zu einem Feuer auf die Autobahn A 61 aus. Ein mit Stroh beladener LKW brennt in voller Ausdehnung. Durch die erforderliche Sperrung der Autobahn in Richtung Venlo und die wegen der Explosion an der Gerberstraße teilweise gesperrte Freiheitsstraße kommt es in Viersen und Dülken zu einem riesigen Verkehrschaos. Nach dem Ende des Einsatzes auf der Autobahn werden auch die Hoser Wehrmänner bei der Suche nach dem verschütteten Hausbesitzer eingesetzt, der in den frühen Abendstunden tot geborgen wird.
Zum Maiausflug werden in diesem Jahr als Neuerung neben den Mitgliedern der Löschgruppe auch ihre Familien eingeladen. Die Feier auf der Böken-Ranch wird ein voller Erfolg.
Erstmalig findet am 4. Juli eine Halbjahresversammlung der Löschgruppe statt, bei der erste Informationen zum bevorstehenden Jubiläum der Einheit 1999 bekannt gegeben werden. Der Löschgruppenführer Walter Schriefers erläutert das geplante Programm und die vorgesehenen Aktivitäten.
Am 14. und 15. September unternehmen die Hoser Feuerwehrmänner zum ersten Mal nach mehreren Jahren wieder einen zweitägigen Ausflug. Es geht nach Hamburg, wo neben den üblichen kulturellen Sehenswürdigkeiten auch eine Umweltschutzwache der Hamburger Feuerwehr besichtigt wird.
Nur einen Tag später, am 16. September, wird die Löschgruppe zu einem Unfall auf die Autobahn A 61 gerufen. In einem Baustellenbereich wurde ein PKW von einem LKW überrollt, aus dem total zerstörten PKW können zwei Personen lebend gerettet werden, für zwei weitere Insassen kommt jede Hilfe zu spät.
Im Kindergarten der Pfarre St. Peter führt die 3. Löschgruppe an einem Freitagvormittag eine Übung durch. Außer der Leiterin des Kindergartens wissen weder Erzieherinnen noch Kinder, daß es die Feuerwehr ist, die im Keller für (ungefährlichen Übungs-)Rauch sorgt. Alle Anwesenden verlassen ruhig und geordnet das Gebäude, und unter Atemschutz wird das "Feuer" schnell gelöscht. Im Anschluß besichtigen zahlreiche Kinder die Fahrzeuge der Hoser Löschgruppe.
Eine besondere Einsatzstelle gibt es zum Abschluß des Jahres. Im Haus des Ehrenstadtbrandmeisters Walter Woters brennt eine Schalttafel. Die alarmierte Hoser Löschgruppe braucht aber nicht mehr auszurücken, da die fachlich hochqualifizierten Hausbewohner das Feuer selber löschen können.

1997
Da der Löschgruppenführer bis zum Jubiläum 1999 möglichst mit der gleichen Vorstands-Mannschaft weiterarbeiten möchte, wird der Vorstand erstmals im Block wiedergewählt. Neben dem Löschgruppenführer Walter Schriefers und seinem Stellvertreter Hubert Moors sind dies der Kassierer Andreas Pesch, der Schriftführer Norbert Kaldeberg, der Mannschaftssprecher Matthias Michels und als Vergnügungsausschuß Klaus Böken und Heino Schönmackers.
Gleich drei große Einsätze gibt es für den ganzen Löschzug Viersen im Juni. Am 3. Juni brennt die Schreinerei Vinken auf der Eichenstraße bis auf die Grundmauern nieder, und am 11. und 13. Juni brennen bei Trienekens an der Bachstraße und Europa-Karton an der Krefelder Straße mehrere hundert Ballen gepreßtes Altpapier.
Am 10. Dezember machen Passanten den im Gerätehaus wohnenden Gerätewart Hubert Moors auf einen brennenden Papiercontainer auf dem Parkplatz vor dem Gerätehaus aufmerksam. Gemeinsam mit seiner kurzerhand dienstverpflichteten Tochter rückt er mit dem LF 16 zur erfolgreichen Brandbekämpfung aus.

1998
Auch für das neue Jahr soll der Vorstand in der alten Zusammensetzung weiterarbeiten, allerdings mit einer Ausnahme: Da Matthias Michels Kassierer der Gesamtwehr werden soll, gibt er sein Amt als Mannschaftssprecher der Löschgruppe Hoser ab. Nachfolger wird Klaus Böken, dessen Funktion im Vergnügungsausschuß Michael Nöllner übernimmt.
Beim Punkt Vereinslokal zeichnet sich auf der Jahreshauptversammlung ebenfalls eine Neuerung ab. Nach dem Dienst sollen abwechselnd die Lokale Schlömer und Haus Michels besucht werden. Auf der Halbjahresversammlung im Sommer wird dann Haus Michels zum neuen Vereinslokal gewählt.
Am Rosenmontag stirbt Pfarrer Josef Lind. Neben den anderen Vereinen der Sektionen nimmt auch die Löschgruppe Hoser mit einer großen Abordnung an der Totenwache, dem Trauergottesdienst und an der Beisetzung in Waldfeucht-Haaren teil.
Erst am 22. Mai hat die Löschgruppe Hoser ihren ersten Einsatz des Jahres zu verzeichnen, als an der Fitzplei das Dach einer Asylbewerberunterkunft abbrennt.
Am ersten Wochenende des Monats Juli feiert die Löschgruppe Rahser ihr 100jähriges Jubiläum. Während des Bürgerabends am Samstagabend kommt es zu einem Unwetter mit heftigen Regen, und neben mehreren anderen Einheiten wird auch die Löschgruppe Hoser alarmiert, um insbesondere im Bereich Dülken und Boisheim überflutete Keller und Bauernhöfe leerzupumpen.
Mit Mannschaft und Gerät unterstützt die Löschgruppe die Pfarre St. Peter am 18. Juli beim Ausräumen der Pfarrkirche für die anstehende Renovierung.
Mit einem hohen personellen Aufwand wird im Laufe des Jahres die Löschwasserversorgung an den vier Höfen am Ende der Bebericher Straße verbessert. Der Bauer Paul Hütter hat dort einen Brunnen bohren lassen, dessen Pumpe mit einer Förderleistung von 1000 l/min auch für die Feuerwehr nutzbar gemacht wurde. Hierzu wurde eine fast 100 m lange unterirdische Leitung verlegt und an deren Ende ein Unterflurhydrant montiert. Durch diesen steht im Brandfall schnell eine gute Wasserversorgung zur Verfügung. Am 21. September wird der besondere Hydrant in Anwesenheit von Bürgermeisterin Marina Hammes und Wehrführer Wilhelm-Josef Dobbelstein mit einer Übung eingeweiht. Zahlreiche örtliche Unternehmer förderten diese Maßnahme mit Sachspenden und Arbeitsleistung.
Während einer Vorstellung chinesischer Akrobaten gerät in der Festhalle der Rahmen eines Farbfilters an einem Scheinwerfer über der Bühne in Brand. Die anwesende Feuersicherheitswache, die von der 3. Löschgruppe gestellt wird, kann das Feuer unter dem Beifall des Publikums rasch löschen. Nach einer kurzen Unterbrechung wird die Veranstaltung fortgesetzt.

1999
Bei der Jahreshauptversammlung gibt es im Vorstand der Löschgruppe nur eine Änderung: Sascha Maassen wird Nachfolger von Heino Schönmackers im Vergnügungsausschuß.
Mit Roland Funken ist erneut ein Mitglied der Löschgruppe Hoser Schützenkönig der St.-Hubertus-Bruderschaft Oberbeberich.
Vom 24. - 26. September feiert die Löschgruppe Hoser nach fast zweijährigen Vorbereitungen ihr 100jähriges Jubiläum.